Wie die Kobolde den Frühling retteten...

Will ich doch mal anfangen, wo alles begann. Efeu wollte mir, Ahorn, die Welt der Menschen außerhalb meines Waldes zeigen. Wir hatten uns in der Anderswelt getroffen und hatten gemeinsam ein Tor geöffnet, aber irgendwie schien es jemand für wichtiger zu halten, uns gleich in ein weiteres Tor stolpern zu lassen und uns in eine andere Welt zu schicken. Mit viel Rauch und Kopfschmerzen kamen wir an, eine Maschine hatte ein Tor geöffnet... irgend so ein Dawindschief...

Wir tauchten mit vielen Recken und Maiden in einem Dorf auf, Elfen, Zwerge, Barbaren, Magier und viele mehr. Dunkel war es da und wir bekamen keinen Kontakt zurück in die Anderswelt, das ließ uns frösteln, aber irgendwie hatte dieser Ort so viel schöpferische Energie, das dieses Gefühl schnell nachließ und wir, wie von einen Flummizauber getroffen, durch die Nacht hüpften. Dann kamen Tage, in denen das Dorf von Echsendingern angegriffen wurde, welche Nagrats genannt wurden...

Am zweiten Tag bat uns der Momoffelhüter eines seiner Tiere von einem Grishnak zu retten, welcher es von der Momoffelweide geführt hatte. Es dauerte eine Weile, aber dann hatte es Schmiedi, eine Schmiedin aus der Nachbarhütte geschafft, ihn zu fangen. Der Grishnak war genau so grün wie wir und benahm sich wie ein Kender, also scheinbar irgendwie Verwandtschaft. Wir überzeugten ihn schließlich uns zu dem Momoffel zu führen und brachten es seinem Hüter zurück. Der war überglücklich und bat uns über Nacht darauf aufzupassen. Am nächsten Tag sollte das Momoffelfest stattfinden und wir waren herzlich eingeladen.

Aber kommen wir zurück zu diesem Tag... das Momoffel lag friedlich im Schatten , als uns auf einmal ein warmer Hauch erwachender Lebenskraft inmitten dieser noch winterlichen Natur. Da trat sie auf uns zu, ein Frau von wunderschöner Gestalt. Frühling kam zu uns. Sie erzählte uns, das Pan seine Flöte verschwunden war und er sie nur mit seinem Lied endgültig rufen konnte. Damit sie den Platz des Winters einnimmt und der Kreislauf der Natur weitergehen konnte. Zusammen mit den Merseberger versprachen wir ihr zu helfen. Sie sagte, das sie wiederkommen würde, wenn Pan ihr Lied auf seiner Flöte spielen würde. Dann war die Wärme verschwunden und wir überlegten, wo wir suchen sollten. Im Dorf? In der Höhle? Im Wald? So viele Möglichkeiten...

Auf einmal trat Pan zu uns und erzählte uns mit Händen und Füßen, dass ein Grishnak ihn seine Flöte gestohlen hatte. Jetzt wußten wir, wo wir suchen mußten. Pan gab uns noch zu verstehen, das wir die Flöte blasen sollten, wenn wir sie hatten. Dann verschwand auch er wieder, so schnell konnten wir gar nicht schauen.

Wir sammelten uns und zogen zu sechst zur Grishnakhütte, Efeu, Mau, drei Merseberger - oder waren es vier? – und ich selber. Leider fanden wir da nur einen Zettel an der Tür: ""Sind Familienausflug! Kommen wieder morgen." Wie suchten alles ab, fanden aber nichts schließlich setzten wir uns hin und begannen ein Grishnakbeschwörungsritual, welches zwar sehr lustig war, aber leider keinen Grishnak herbeibrachte. Eine Stunde später verließen wir die Hütte wieder und zogen zurück zum Lager, wobei wir laut nach dem Grishnaks riefen. Im Lager erwartete uns eine bis an die Zähne bewaffneter Sicherungstrupp, der befürchte hatte, das die Mäuse wieder angriffen, wie schon am Nachmittag...

...Ja die Mäuseschlacht, aber davon ein andermal...

Es wurde dunkel und wieder hell. Wieder war es Schmiedi, die den Grishnak erwischte. Wir überzeugten ihn in zähen Verhandlungen uns die Flöte schließlich gegen zwei Klanglöffel, ein Momoffelei, einen Traum, Getränke und seine Freiheit einzutauschen. Er führte uns in den Wald zu seinem Versteck und grub Pans Flöte aus. Er bat uns schließlich die Nacht bei uns im Lager verbringen zu dürfen, da es hier draußen nur so von diesen Nagrats wimmelte und er nicht unbedingt Futter werden wollte. Auf dem Rückweg begegnete uns ein Nagrat und wir gaben Fersengeld, wahrscheinlich hatte er das Kettenhemd gerochen, oder was auch immer...

... stimmt die Sachen mit den Nagrats und dem Metall, mir ist im Nachhinein ein sehr interessante Idee gekommen, wie diese Dinge mit einander zusammenhängen, aber das hat nicht mit der Frühlingsrettung zu tun...

Im Lager begann Efeu die Flöte zu putzen und schließlich rief sie Pan damit, dieser sprach zum Ersten und Einzigen mal ein Wort, nämlich: ""Danke." Dann begann er auf seiner Flöte zu spielen, der Klang war einfach unbeschreiblich, genau, wie es die Legenden erzählten.

Wir sahen Frühling nicht, aber wir spürten, dass sie näher kam. Es wurde wärmer und lebendiger. Dann sah ich sie, sie war noch schöner, als beim letzten Mal und deutete in die Richtung, aus der sie kam. Langsam schritt sie näher und mit jedem Schritt wurde es schöner, die Natur erwachte aus ihrem Winterschlaf. Schließlich stand sie vor Pan, dieser beendete sein Spiel und umarmte sie. Man konnte spüren, wie sie ihre Gedanken tauschten, dann danke uns Frühling in wundervollen Worten, die wiederzugeben ich nicht in der Lage bin. Dann schritten sie Hand in Hand durchs Lager und alle, die naturverbunden Waren folgten ihnen. Am Rand vom Lager blieb sie noch einmal stehen und bedankte sich erneut, dafür das wir es dem Kreislauf ermöglicht hatten weiter zu gehen und nicht im Winter zu verweilen. Dann verschwanden sie im Wald, die Vögel sangen und begannen sich zu paaren...

So haben wir den Frühling in dieses Land gebracht... das war wohl auch der Grund, warum wir durch dieses zweite Tor gehen sollten. Aber jetzt sind wir wieder hier!

Ahorn

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